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Vom „Männerchor“ zu „La Musica“

Seit dem Jahr 1894 gehört auch der Männerchor zur Gemeinde Gutach

Es war im Juni 1894, als sich 9 Männer im Nebenzimmer der damaligen Brauerei Mössner an der Landstraße trafen und den Männerchor gründeten. Gründungsvorstand wurde Adolf Frey, Karl Kanstinger wurde der erste Dirigent. Das erste einstudierte Lied war der „Silcher Chor“ mit dem Titel „Hab’ oft im Kreise der Lieben…“

Zu den ersten passiven Mitgliedern gehörten die Herren Gütermann Alexander, Ludwig und Julius, die dann auch zu den ersten Ehrenmitgliedern ernannt wurden.

1898 übernahm Herr Högerich aus Waldkirch für zwölf Jahre das Amt des Dirigenten. In dieser Zeit beschloss der Verein dem Breisgauer und dem Badischen Sängerbund beizutreten. Ebenfalls im Jahre 1898 fand die erste „Männerchor-Fasnet“ statt. Diese Veranstaltung sollte eine Tradition von über 80 Jahren haben und war weit über die Grenzen Gutachs bekannt.

Im Jahre 1910 übernahm für die nächsten zehn Jahre Hauptlehrer Udry aus Gutach den Chor. Schon in dieser Zeit veranstaltete der Verein regelmäßige Konzerte, Fasnachtsbälle und Theateraufführungen, die so großen Zuspruch hatten, dass zum Teil nur Mitgliedern Einlass gewährt werden konnte.

Im Ersten Weltkrieg wurden immer mehr Sänger eingezogen, so dass das Vereinsleben zum Erliegen kam. Aber gleich nach dem Krieg trat der Chor anlässlich der Begrüßungsfeier der heimgekehrten Sänger wieder in der Öffentlichkeit auf.

Im September 1919 wurde die erste Satzung beschlossen. Nachdem Herr Udry beruflich versetzt wurde, übernahm Hauptlehrer Müller das Dirigentenamt.

In der schwierigen Zeit der Inflation betrug 1923 der Jahresbeitrag 20.000,- Mark. Bei einem Ausflug nach Littenweiler zum Beispiel stiftete Herr Paul Gütermann 4.680.000,- Mark als Zuschuss, allerdings kostete das Mittagessen allein schon 1 Million Mark.

Ebenfalls 1923 wurde Herr Frey durch Herrn Oskar Karg als Vorstand abgelöst. Auch unter seiner „Regierungszeit“ sang der Chor, der mittlerweile über fünfzig Sänger zählte, auf sehr hohem Niveau. Bei einem Sängerwettstreit unter 58 Chören in Emmendingen wurde der 2. Platz erreicht.

Im Jahre 1933 vereinigten sich die Chöre „Männergesangsverein Freundschaft“ und „Männerchor Gutach“ einmütig zum „Männerchor Gutach“, denn in Orten unter 3000 Einwohnern war nur noch ein Gesangverein zugelassen.

Bis zur 40-Jahr Feier 1934 konnte man auf zahlreiche Erfolge bei Sängerfesten mit Preissingen zurückblicken. Auch die Mitgliederzahl mit 81 aktiven, 145 passiven und 12 Ehrenmitgliedern war beachtlich.

Bei einem tragischen Verkehrsunfall im Juni 1937 - man befand sich auf dem Jahresausflug - wurden zahlreiche Sänger verletzt, Bernhard Springer verstarb sogar an den Unfallfolgen.

Mit Ausbruch des 2.Weltkrieges kam das Vereinsleben fast zum Erliegen, zu viele wurden eingezogen. Es wurden aber noch einige Zeit Konzerte zur Betreuung der Verwundeten abgehalten.

Mit dem Einzug der Franzosen in Gutach am 21.4.1945 musste das Vereinsleben stillgelegt werden. Es dauerte aber nur bis zum Herbst 1946. Mit tatkräftiger Unterstützung des damaligen Bürgermeister Schuler konnte im November 1946 die Genehmigung zur Vereinsgründung vom Militärgouverneur entgegengenommen werden.

Der Gründungsausschuss, bestehend aus Heinrich Beck, Karl Eitel, Albert Meier, Josef Dufner und Josef Burger, lud alle ehemaligen Mitglieder zur Gründungsversammlung am 7.2.1947 in das Gasthaus “Zum Bahnhof“ ein.

Dank straffer und zielstrebiger Vereinsführung erlangte der Chor in kurzer Zeit wieder großes Ansehen, 1951 wirkten wieder 75 Sänger mit. Unter Herrn Willy Müller als Vorstand und Herrn Kapellmeister Rudolf Kiesel als Dirigent erlebte der Chor seine bis dahin erfolgreichste Zeit. Beim Preissingen in Bötzingen erlangten die mittlerweile 77 Sänger mit dem „Sommermorgen“ von W. Rein einen 1 a - Preis.

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums im Jahre 1954 wurde Herr Kurt Gütermann zum ersten Ehrenpräsidenten ernannt. In dieses Jahr fiel auch die erste Rundfunkaufnahme durch den Südwestfunk Freiburg, weitere Aufnahmen folgten.

Gemeinsames Singen im Elztal hatte immer schon Tradition. 1961 wurde der erste offizielle „Elztäler Sängertag“ in Kollnau abgehalten. Es wurden immer wieder gemeinsame Konzerte veranstaltet, bis hin in jüngster Zeit das Kirchenkonzert im Jahre 2000 mit über 350 Sängerinnen und Sängern in Elzach.

Bei der Gasexplosion am 19.1.1966 wurde das Vereinslokal „Zum Adler“ völlig zerstört. Wertvolle Preise, Auszeichnungen und Vereinseigentum wurden vernichtet bzw. schwer beschädigt. Einige Sänger hatten erst kurz vor dem Unglück den Adler-Saal verlassen.

Gutacher Sänger besuchten zu verschiedenen Anlässen den Männerchor aus Buochs in der Schweiz, die Sänger aus Buochs nahmen in Gegenbesuchen u.a. auch am Sängertag 1964 in Gutach teil.

Beim „Elztäler Sängertag 1966“ nahmen gerade mal noch 35 Sänger aus Gutach teil, der Probenbesuch ließ zu wünschen übrig, neue Sänger zu gewinnen war sehr schwierig, man hatte noch mit dem unschönen Ausspruch „Stehkragenverein“ zu kämpfen.

Zu Weihnachten 1968 gab es ein Konzert, erstmals mit einem Kinderchor, und einer Bläsergruppe der Werkkapelle Gütermann.

Anlässlich der 75-Jahr Feier im Juni 1969 fand ein großes Konzert unter Beteiligung aller Elztäler Gesangvereine und Musikkapellen aus Gutach und Siegelau statt. Bei der Abschlussfeier wurde zum ersten Mal das von Friedolin Gantert vertonte Elztallied aufgeführt.

Im Jahr 1970 war die Sängerzahl auf 25 gesunken und der Chor drohte sich aufzulösen. Bemühungen von Dirigent Bohn, scheidendem Vorstand Grammel, Nachfolger Rellstab, Übergangsdirigent Junker konnten keine Wende herbeiführen. Im Dezember 1972 wurde Antrag auf Auflösung des Vereins gestellt, der aber in letzter Sekunde abgelehnt wurde. 1973 war dann die Talsohle durchschritten, nicht zuletzt dadurch, dass mit Hilfe von Fritz Rieser und Rudi Hug sogar einige Feuerwehrkameraden als aktive Sänger dem Chor beitraten.

Als 1978 Willi Müller das Amt des 1. Vorstandes an Gerhard Dufner abgab, konnte man sich wieder über 50 aktive Sänger freuen.

Eine 5-Tage-Reise nach Nantes und an den Atlantik - initiiert von Dirigent Bals - war ein herausragendes Ereignis im Jahre 1980. Überhaupt erlebte der Männerchor wieder eine Glanzzeit. Gesellige Auftritte, Konzerte mit anderen Vereinen, Kirchensingen in „St. Margarethen“ in Waldkirch, Jahreskonzerte in Gutach. Die BZ schrieb im Okt. 1982: „Ein Wunschkonzert, das Maßstäbe setzte, der Männerchor Gutach sang in Hochform!“ Das 90-jährige Jubiläum wurde 1984 unter Mitwirkung der Vereine aus Weisweil, Tunsel, „Arion“ aus Waldkirch und der „Cäcilia“ aus Wernau gefeiert.

Männerchor Gutach 1984

1985 übernahm Herr Karl-Heinz Duffner das Dirigentenamt. Unter seiner Leitung beschritt man auch neue Wege, wie Konzerte mit Lichtbildern, Auftritte mit Heimatdichter Werner Richter, Schulklassen, der Mandolinenverein und auch Solisten. Im Sommer 1994, im letzten Jahr seines Wirkens in Gutach, führte er zusammen mit Manfred Maertens als 1.ter Vorsitzender den Männerchor mit über 40 Sängern in das 100-jährige Jubiläum des Vereins.

Im Juni 1999 wird das Feuerwehrgerätehaus unter Mitwirkung des Gutacher Männerchors eingeweiht. Seit dem teilen sich die Werkkapelle Gütermann und der Männerchor Gutach den großen Raum für ihre Proben. Als Möglichkeit zum gemeinsamen Ausklingen der Chorproben wurde eigens ein „Sängerstübchen“ eingerichtet. Sinkende Sängerzahlen, am Ende noch 14 Aktive, und mangelnder Probenbesuch machten eine Umstrukturierung unumgänglich. Nach zum Teil sehr kontroversen Diskussionen, entschloss man sich auf der Jahreshauptversammlung im Januar 2000 Sängerinnen zuzulassen.

Aufbauend auf den langjährigen Erfahrungen des seit 1999 für den Männerchor wirkenden Dirigenten Hermann Schill aus seiner Zeit in Prechtal, wurde ein Frauenchor gegründet, und in der Folge gab es gemeinsame Auftritte.

Im Februar 2003, unter dem Vorsitz von Hubert Rombach, wurde durch Änderung der Vereinssatzung der Männerchor Gutach offiziell zum gemischten Frauen - und Männerchor „La Musica“ Gutach im Breisgau e.V..

Wiederum war es Erster Vorsitzender Manfred Maertens, der im Dezember 2004 den Verein, nun mit 9 Sängerinnen und 14 Sängern, zu einem Jubiläum führte. Die Chorgemeinschaft feierte mit einem großen Festakt, während zwei Tagen, den 110.ten Geburtstag im Adlersaal-Gutach. Unterstützt wurde sie durch die MGV Chorgemeinschaft Bleibach, Kirchenchor Siegelau, Arion Waldkirch, MGV Eintracht Simonswald, Kirchenchor Gutach und ein Doppelquartett der Werkkapelle Gütermann.

Am 12. November 2006 luden 10 Chöre der Gruppe Elztal des Breisgauer Sängerbunds unter der Leitung von Hermann Schill als Gruppendirigent zu einem Kirchenkonzert in Kollnau ein. Zusammen mit der Sängerrunde Prechtal und den Windener Chorsängern bildete „La Musica“ Gutach den mittleren Gesangsblock. Es wurde zum herausragenden Ereignis des 112.ten Vereinsjahrs,

2008 wurde zum ersten Mal ein Adventskonzert in der Kirche vorgetragen, mit Beteiligung der Elztäler Stubenmusik und Wolfram Stützle an der Orgel.

Daten zu dieser Chronik wurden den Festschriften von Hermann Bohn und Josef Hug, sowie den Protokollen des Chors „La Musica“ Gutach i. Br. e.V. entnommen. Zusammenstellung : K. und M. Stabenow

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